Wenn die GmbH in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät und eine Insolvenz droht, bestehen umfangreiche Verpflichtungen der Geschäftsführung. Es besteht die zivil- und strafrechtliche Pflicht des Geschäftsführers bei einem Insolvenzgrund, einen Insolvenzantrag zu stellen.

Wann ist eine GmbH insolvent?

Unter einer Insolvenz ist eine Situation zu verstehen, in welcher eine Gesellschaft nicht mehr in der Lage ist, ihre Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Es muss ein Insolvenzgrund vorliegen, damit eine wirtschaftliche kritische Lage zur Insolvenz führt. In der Insolvenzordnung sind drei Insolvenzgründe genannt.

1. Zahlungsunfähigkeit

Eine Zahlungsunfähigkeit liegt vor, wenn das Unternehmen nicht mehr in der Lage ist seine finanziellen Verbindlichkeiten zu erfüllen. Das ist der Fall, wenn das bestehende Barvermögen oder die Mittel auf dem Bankkonto nicht ausreichen, um die Schulden des Unternehmens zu begleichen. Wenn der Anteil der nicht erzielbaren Forderung 10 % oder mehr beträgt, ist von einer Zahlungsunfähigkeit auszugehen. Zudem muss die Forderung von dem Gläubiger ernsthaft eingefordert werden. Eine Zahlungsunfähigkeit liegt nicht vor, wenn der Gläubiger die Forderung gestundet hat.

2. Drohende Zahlungsunfähigkeit

Ein weiterer Insolvenzgrund ist die drohende Zahlungsunfähigkeit. Drohende Zahlungsunfähigkeit besteht dann, wenn voraussichtlich die bestehenden Zahlungsmittel und der Kreditrahmen nicht ausreichen, um die bestehenden Verbindlichkeiten in einer angemessenen Zeitspanne zu erfüllen.

3. Überschuldung

Die Überschuldung ist gesetzlich nur für juristische Personen (Kapitalgesellschaften) oder Personengesellschaften vorgesehen. Bei Personengesellschaften gilt dies nur, wenn die Gesellschafter auch juristische Personen und keine Privatpersonen sind. Eine Überschuldung liegt vor, wenn das Vermögen des Schuldners die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt. Um festzustellen, ob eine Überschuldung vorliegt, wird eine Bilanz erstellt. Eine Überschuldung liegt nicht vor, wenn die Fortführung des Unternehmens nach den Umständen überwiegend wahrscheinlich ist.

Wann muss Insolvenz angemeldet werden?

Immer dann, wenn ein Insolvenzgrund vorliegt, muss Insolvenz angemeldet werden. Die Insolvenz muss unverzüglich angemeldet werden. Das bedeutet, dass maximal nach drei Wochen der Insolvenzantrag beim Gericht gestellt werden muss, nachdem ein Insolvenzgrund zu erkennen ist. Wenn die Frist nicht eingehalten wird, dann besteht der Verdacht einer Straftat und die zivilrechtliche Inanspruchnahme der Geschäftsführung droht.

Ob in der aktuellen wirtschaftlichen Situation ein Insolvenzantrag gestellt werden sollte, muss durch den Geschäftsführer gründlich überprüft werden. Ein im Insolvenzrecht spezialisierten Rechtsanwalt kann dazu rechtssicher Auskunft geben.

Welche Risiken gibt es für den Geschäftsführer bei einer Insolvenz?

Der Geschäftsführer der GmbH ist verpflichtet, für den Fall der Insolvenz Insolvenzantrag zu stellen. Wenn er diese Verpflichtung missachtet, besteht eine zivilrechtliche Haftung gegenüber der Gesellschaft. Strafrechtlich wird der Vertreter verfolgt, wenn er den Insolvenzantrag nicht oder nicht rechtzeitig stellt. Dabei wird sowohl vorsätzliches als auch fahrlässiges Handeln bestraft.

Es besteht weiterhin die Verpflichtung des Geschäftsführers im Falle der Insolvenz, die Insolvenzmasse zu erhalten. Die Insolvenzmasse ist das verwertbare Vermögen der GmbH. Das bedeutet, dass diese nicht verwertet werden darf, um einzelne Gläubiger oder die Gesellschafter zu bezahlen. Aus der Insolvenzmasse werden die Gläubiger im Rahmen des Insolvenzverfahrens bedient. Auch hier besteht eine zivilrechtliche Haftung des Geschäftsführers und die Möglichkeit einer strafrechtlichen Verurteilung, wenn die Insolvenzmasse vermindert wird. Daher sollte der Geschäftsführer den Rat eines im Gesellschaftsrecht oder im Insolvenzrecht spezialisierten Rechtsanwalt suchen, um Nachteile zu vermeiden.

Was passiert nach dem Insolvenzantrag?

Das Insolvenzgericht prüft den Insolvenzantrag. Es wird ein vorläufiger Insolvenzverwalter durch das Gericht bestellt. Der Insolvenzverwalter überprüft dann die wirtschaftliche Situation der GmbH. Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten: wenn das Vermögen der GmbH nicht ausreicht, um die Kosten des Grenzverfahrens zu decken, wird das Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen. Das bedeutet, dass das Insolvenzverfahren nicht eröffnet wird. Die Kosten des Verfahrens sind die Gerichtskosten und die Kosten des Insolvenzverwalters.

Sind noch ausreichend finanzielle Mittel vorhanden, wird das Insolvenzverfahren eröffnet.

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Was passiert im Insolvenzverfahren?

Wenn das Verfahren eröffnet wird, bestimmt das Gericht einen Gerichtstermin und einen Prüfungstermin. Eine Gläubigerversammlung wird durchgeführt. Diese wählt den endgültige Insolvenzverwalter. Nachdem das Insolvenzverfahren eröffnet worden ist, führt der Insolvenzverwalter das Unternehmen. Der Geschäftsführer hat keine Verfügungsbefugnis mehr.

Im Insolvenzverfahren gibt es noch die Möglichkeit, dass Unternehmen zu sanieren. In diesem Fall versucht der Insolvenzverwalter das Unternehmen fortzuführen, indem er eine Einigung mit den Gläubigern findet. Wenn eine Sanierung scheitert, dann wird das Unternehmen abgewickelt. Der Insolvenzverwalter wird die Forderungen des Unternehmens eintreiben. Danach wird das verbleibende Vermögen der GmbH anteilig prozentual an die Gläubiger verteilt.

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