Die Gesellschafter einer GmbH haften im Gegensatz zu den Gesellschaftern einer GbR grundsätzlich nicht. Dies bedeutet, dass die Haftung der Gesellschafter auf die Einlage begrenzt ist, welche bei der Gründung der GmbH von dem Gesellschafter eingezahlt worden ist. Im Zusammenhang mit dieser Zahlung gibt es einzelne Haftungsfallen für die Gesellschafter.

Haftung der Gesellschafter einer GmbH

Gesellschafter einer GmbH haften nach den gesetzlichen Vorschriften nicht für die Schulden der GmbH. Das persönliche Vermögen der Gesellschafter muss nicht für Verpflichtungen der GmbH verwendet werden.

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Haftung bei Nichtleistung des Stammkapitals

Der Gesellschafter einer GmbH haftet für die Leistung des Stammkapitals. Die Einlage bei der Bargründung, also die Zahlung eines Geldbetrages von mindestens 25.000 €, muss durch die Gesellschafter der GmbH erbracht werden. Wenn der Gesellschafter die vereinbarte Einlage nicht oder nicht vollständig leistet, haftet er für die verbleibende Summe gegenüber der Gesellschaft. Der gleiche Grundsatz gilt für Sacheinlagen. Sacheinlagen können bestimmte Gegenstände wie Maschinen oder auch Grundstücke sein. Haben die Sacheinlagen einen objektiv geringeren Wert, muss der Gesellschafter die Differenz nachzahlen.

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Haftung des Gesellschafters bei Rückzahlung des Stammkapitals der GmbH

Eine weitere Möglichkeit der Haftung besteht, wenn die Gesellschaft das Stammkapital an Gesellschafter zurückzahlt. Der Gesellschafter muss das Stammkapital aufbringen und an die Gesellschaft zahlen. Im Nachhinein darf dieses nicht an den Gesellschafter zurückgezahlt werden. Diesen Grundsatz nennt man Kapitalerhaltungsgebot. Wird dennoch das Stammkapital an den Gesellschafter zurückgezahlt, besteht eine persönliche Haftung des Gesellschafters auf Zahlung des zu Unrecht erhaltenen Stammkapitals. Im Falle der Insolvenz wird der Insolvenzverwalter den Gesellschafter auf Zahlung des Stammkapitals in Anspruch nehmen.

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Haftung des Gesellschafters bei Existenzvernichtung

Eine weitere Form der persönlichen Haftung besteht bei einer Existenzvernichtungshaftung. Sie umfasst die Haftung für einen existenzvernichtenden Eingriff in die Gesellschaft. Wenn ein Gesellschafter missbräuchlich in das Vermögen der GmbH eingreift und dadurch das Vermögen der Gesellschaft vermindert oder verbraucht ist, hat die GmbH einen Anspruch gegenüber dem betreffenden Gesellschafter. Der Gesellschafter verletzt in diesem Fall seine Pflicht, die Vermögensinteressen der Kapitalgesellschaft zu schützen. Wird durch die Verringerung des Vermögens der Gesellschaft eine Insolvenz ausgelöst, wird der Insolvenzverwalter den Gegenwert des verminderten Vermögens von dem Gesellschafter zurückfordern.

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Haftung bei Übernahme einer Bürgschaft oder Schuldbeitritt

Es besteht weiterhin die Möglichkeit der persönlichen Haftung, wenn der Gesellschafter eine Bürgschaft für die Schulden der Gesellschaft übernommen hat oder einen Schuldbeitritt erklärt hat. Für den Fall der Kreditgewährung fordern Banken häufig einen Schuldbeitritt oder eine Bürgschaft der Gesellschafter der GmbH, um weitere Sicherheiten zu erhalten. Ist die Gesellschaft nicht in der Lage, ihre finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Banken zu erfüllen, haften die Gesellschafter für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft mit ihren Privatvermögen.

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